Ursprünglich geplanter Einsatz in Nepal

Die Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle begann anfangs Januar. Während des Moduls "Water, Energy & Wastewater" hörte ich innerhalb eines  "Massive Open Online Course (MOOC)"zum ersten Mal vom Department Sanitation, Water and Solid Waste Management (Sandec) der Eawag. Da sich dieser MOOC stark mit Sanitärlösungen und -technologien in Entwicklungsländern beschäftigte, kontaktierte ich einen der Kursverantwortlichen der Eawag direkt und erkundigte mich nach möglichen Praktikumsplätzen in diesem Bereich. Zu meiner Überraschung erhielt ich bereits innert weniger Tage eine positive Rückmeldung. Als Teil eines kleinen Planungsbüros in Kathmandu hätte ich dieses bei der Planung von Sanitärsystemen für Nepalesische Kleinstädte (10'000 - 50'000 Einwohner) unterstützen können. Obwohl noch nicht mit Sicherheit gesagt werden konnte, ob das Praktikum aufgrund der anhaltenden Pandemie wirklich durchgeführt werden könne und auch die genauen Aufgaben noch nicht definiert werden konnten, sagte ich direkt zu. Positiv überrascht von der unkomplizierten Abwicklung dieser Praktikumssuche und den erwarteten Projektinhalten, erzählte ich begeistert meinen Freunden und Familienmitgliedern vom Ausgang des Gesprächs. Es folgte eine lange Zeit des Wartens. Im Mai dann die Ernüchterung: Aufgrund der sich zunehmend verschlechternden Corona-Situation in Indien und Nepal verflog der im Januar noch vorhandene Optimismus und ein Einsatz in dieser Region schien eher unwahrscheinlich. Als Alternative wurde mir ein ähnliches Praktikum am Hauptsitz der Eawag in Dübendorf angeboten, welches sich thematisch ebenfalls mit Nepal befassen würde. Nach Abklärung einiger Formalitäten seitens ZHAW und Eawag, erhielt ich Mitte Juni grünes Licht für eine ausserordentliche Durchführung des IZA-Praktikums innerhalb der Schweiz. Dies bringt mich nun zum eigentlichen Einsatz, welcher mich während den nächsten drei Monaten beschäftigen und um welchen sich dieser Blog hauptsächlich drehen wird.

Tatsächlicher Einsatz in der Schweiz

Der geplante Einsatz beinhaltet die Mithilfe an einem Research & Development (R&D) Projekt in Nepal, welches die lokale Produktion, Implementierung und Überprüfung der Nutzerzufriedenheit eines neuartigen Designs einer «Urine Diversion Dehydration Toilet» (UDDT) thematisiert. Das Projekt startete am 1. Januar 2021 und wird voraussichtlich am 31. Dezember 2021 abgeschlossen. Durch das neu entwickelte Design wird sich eine kostengünstige (< US$ 50) und weitflächig anwendbare Implementierung von Trenntoiletten erhofft, welche aus lokal verfügbaren Materialien durch einheimische Handwerker vor Ort gebaut werden können. Durch den Einsatz von Trenntoiletten können wichtige Nährstoffe bei der Trennung von Urin und Fäkalien zurückgewonnen und beispielsweise in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Da es sich um eine Trockentoilette handelt, kann ausserdem wertvolles Wasser gespart werden und die Fäkalien (wenn trocken gehalten) wären einfacher zu transportieren und zu behandeln. Trotz der vielen Vorteile, welche solche Trenntoiletten mit sich bringen, ist deren Akzeptanz in der Bevölkerung noch nicht sehr gross. Infolgedessen soll die Bevölkerung weiter über die Wichtigkeit solcher Sanitäranlagen aufgeklärt werden und durch den Einsatz verschiedener Befragungsmethoden (Fragebogen, Interviews, Gruppendiskussionen) herausgefunden werden, worin die Stärken und Schwächen des neuen UDDT-Designs liegen. Die Datenerhebung und Kommunikation vor Ort wird hauptsächlich durch den Projektpartner HELVETAS durchgeführt. Am Ende dieses Projekts soll herausgefunden werden, ob der validierte Prototyp aus technischer Sicht für einen grossflächigen Einsatz in Frage kommt und wie hoch die Akzeptanz und Zufriedenheit der befragten Nutzer ist. Zudem sollte das Marktpotential des neuen Designs in Nepal diskutiert werden.